Tango Argentino

Zürich - Schweiz

Musiker

Eine kleine chronologische Auflistung der wegweisendsten und wichtigsten Musiker.

Anfänge und Guardia Vieja – ca. 1880–1920

  • Ángel Villoldo (1861–1919) – Eine der Schlüsselfiguren des frühen Tango; Komponist von El Choclo. Er steht für den Übergang vom volkstümlichen Vorläufer zum eigentlichen Tango.
  • Rosendo Mendizábal (1868–1913) – Komponist von El entrerriano (1897), einem der frühesten bis heute bekannten Tangos.
  • Eduardo Arolas (1892–1924) – Bandoneonist und bedeutender Komponist; machte den Tango musikalisch anspruchsvoller.
  • Vicente Greco (1888–1924) – Bandoneonist, Komponist und Orchesterleiter; wichtiger Wegbereiter der späteren Orquesta Típica.
  • Roberto Firpo (1884–1969) – Pianist und Bandleader; entscheidend für die Integration des Klaviers in das Tangoensemble.
  • Francisco Canaro (1888–1964) – Einer der einflussreichsten und produktivsten Bandleader. Er trug wesentlich zur Verbreitung und Professionalisierung des Tango bei.

Tango Canción und Guardia Nueva – ca. 1915–1935

  • Carlos Gardel (1890–1935) – Der bedeutendste Tangosänger der Geschichte. Mit ihm wurde der gesungene Tango zu einer eigenständigen Kunstform.
  • José Razzano (1887–1960) – Gardels früher Gesangspartner; wichtig für den Übergang vom folkloristischen Gesang zum Tango canción.
  • Julio De Caro (1899–1980) – Einer der wichtigsten musikalischen Erneuerer. Seine Arrangements, Harmonien und instrumentalen Ausdrucksmittel prägten die Guardia Nueva.
  • Pedro Maffia (1899–1967) – Revolutionierte das Bandoneonspiel und machte das Instrument stärker zu einem ausdrucksvollen Soloinstrument.
  • Osvaldo Fresedo (1897–1984) – Entwickelte einen eleganten, feinen und modernen Orchesterklang.
  • Juan Carlos Cobián (1896–1953) – Pianist und Komponist; harmonisch besonders fortschrittlich.

Época de Oro – ca. 1935–1955

  • Juan D’Arienzo (1900–1976) – Der „Rey del Compás“. Er stellte Rhythmus und Tanzbarkeit wieder ins Zentrum und beeinflusste den gesellschaftlichen Tango enorm.
  • Carlos Di Sarli (1903–1960) – Entwickelte einen unverwechselbaren, eleganten und zugleich stark tanzbaren Orchesterklang.
  • Aníbal Troilo (1914–1975) – Eine zentrale Verbindung zwischen Tanzmusik und musikalisch anspruchsvollem Tango. Herausragender Bandoneonist, Komponist und Bandleader.
  • Osvaldo Pugliese (1905–1995) – Einer der großen Erneuerer der rhythmischen und orchestralen Sprache des Tango.
  • Ángel D’Agostino (1900–1991) – Besonders seine Zusammenarbeit mit Ángel Vargas gehört zu den prägenden Gesangsorchestern der Goldenen Epoche.
  • Ricardo Tanturi (1905–1973) – Insbesondere mit Alberto Castillo und Enrique Campos wichtig für den tanzbaren Tango der 1940er Jahre.
  • Miguel Caló (1907–1972) – Sein Orchester wurde zu einer Talentschmiede und war besonders bedeutend für den lyrischen Tango der 1940er Jahre.
  • Alfredo De Angelis (1910–1992) – Sehr populärer und ausgesprochen tanzbarer Orchesterstil; auch wichtig für den Tango-Vals.
  • Francisco Lomuto (1893–1950) – Wichtige Brücke zwischen älterem Tango und der Goldenen Epoche.
  • Lucio Demare (1906–1974) – Pianist und Komponist; bekannt für einen lyrischen und harmonisch reichen Tango.
  • Horacio Salgán (1916–2016) – Harmonisch und rhythmisch äußerst innovativ; brachte Einflüsse aus Jazz und klassischer Musik in den Tango ein.

Die großen Sänger

  • Roberto Goyeneche (1926–1994) – Einer der individuellsten Tangosänger; seine besondere Phrasierung beeinflusste den späteren Tango stark.
  • Edmundo Rivero (1911–1986) – Unverwechselbare tiefe Stimme, besonders bekannt durch seine Zusammenarbeit mit Troilo.
  • Alberto Castillo (1914–2002) – Enorm populär und rhythmisch stark, besonders mit Tanturi.
  • Ángel Vargas (1904–1959) – Zusammen mit D’Agostino eine der vollkommensten Verbindungen von Sänger und Tanzorchester.
  • Raúl Berón (1920–1982) – Einer der großen lyrischen Sänger, unter anderem bei Caló und Troilo.
  • Floreal Ruiz (1916–1978) – Bedeutende Stimme bei Troilo und später José Basso.
  • Alberto Podestá (1924–2015) – Bedeutender Sänger bei Di Sarli und anderen großen Orchestern.

Komponisten und Dichter

  • Enrique Santos Discépolo (1901–1951) – Komponist und Texter von Cambalache, Yira, yira und Uno; eine der bedeutendsten intellektuellen Stimmen des Tango.
  • Homero Manzi (1907–1951) – Einer der bedeutendsten Tangodichter; schrieb unter anderem Sur, Malena und Barrio de tango.
  • Enrique Cadícamo (1900–1999) – Einer der großen Tangodichter und Verfasser Hunderter Tangotexte.
  • Mariano Mores (1918–2016) – Komponist, Pianist und Arrangeur; schrieb zahlreiche Klassiker.

Tango Nuevo – ab den 1950er Jahren

  • Astor Piazzolla (1921–1992) – Der große Erneuerer des Tango. Er veränderte Harmonik, Rhythmik, Form und Instrumentierung grundlegend und entwickelte den Tango Nuevo.

Nach Piazzolla – ca. 1960–2000

  • Osvaldo Berlingieri (1928–2015) – Pianist, Komponist und Arrangeur; wichtiger Vertreter des modernen instrumentalen Tango.
  • Leopoldo Federico (1927–2014) – Einer der großen Bandoneonisten nach Troilo und Piazzolla; verband traditionelle und moderne Tangosprache.
  • Sexteto Tango – 1968 von Musikern aus Puglieses Orchester gegründet; wichtig für die Weiterentwicklung des Pugliese-Stils.
  • Sexteto Mayor – Ab 1973 eines der wichtigsten Ensembles für den internationalen Fortbestand des klassischen Tango.
  • Juan José Mosalini (1943–2022) – Bandoneonist, der besonders in Europa entscheidend zur Verbreitung des Tango als Konzertmusik beitrug.

Tango-Renaissance und Gegenwart

  • Dino Saluzzi – Entwickelte eine persönliche Verbindung von Tango, argentinischer Folklore, Jazz und improvisierter Musik.
  • Pablo Ziegler – Ehemaliger Pianist Piazzollas; führte den Tango Nuevo insbesondere in Verbindung mit Jazz weiter.
  • Orquesta Típica Fernández Fierro – Eine der wichtigen Formationen der jüngeren Wiederbelebung der Orquesta Típica.
  • Sexteto Milonguero – Bedeutendes modernes Ensemble mit starker Orientierung am tanzbaren Tango.
  • Orquesta Típica Misteriosa Buenos Aires – Vertreter einer neuen Generation von Tanzorchestern.
  • Solo Tango Orquesta – International bekanntes zeitgenössisches Tango-Orchester.
  • Gotan Project – Wegweisend für die internationale Verbreitung des Electrotango.
  • Bajofondo – Verband Tango und Río-de-la-Plata-Musik mit elektronischer Musik.
  • Otros Aires – Verbindet historische Tangoaufnahmen und traditionelle Elemente mit elektronischer Musik.